Die Lichtpumpe

gibt es nicht wirklich. Das erste Mal habe ich Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrtausends von der Lichtpumpe gehört. 🙂
Die Freizeit wurde zum größten Teil in den Werkstätten einer Museumseisenbahn verbracht. Dort beschäftigten wir uns mit der Instandsetzung von Dampflokomotiven und historischen Waggons. Natürlich redeten wir viel über Dampflokomotiven, technische Details, Schäden an Lokomotiven, deren Ursachen, und vieles mehr. Nicht immer wurde bei den Themen wirklich ernsthaft diskutiert. Das ist auch nicht verwunderlich, schließlich war die Arbeit schmutzig und häufig auch sehr anstrengend.
Für den Betrieb einer Dampflokomotive sind neben den Betriebsstoffen Wasser, Kohle, Öl, noch eine Reihe von zusätzlichen Aggregaten erforderlich. Wichtigste Einrichtung sind die Speisepumpen. Mit diesen wird Wasser in den Dampfkessel gespeist. Von diesen Speisepumpen gibt es verschiedene Bauarten, die das Lokpersonal natürlich alle kennen muss. Da gibt es die u.a. Dampfstrahlpumpe, die Kolbenspeisepumpe, die Turbospeisepumpe und noch ein paar mehr. Jede Dampflokomotive muss übrigens mit zwei unabhängig arbeitenden Speisepumpen ausgestattet sein.
Zum Bremsen von Lokomotive und Zug ist Druckluft erforderlich, diese wird von einer dampfbetriebenen Luftpumpe erzeugt. Auch für die elektrische Beleuchtung der Lokomotive wird mit einer autarken Stromversorgung gesorgt. Ein dampfgetriebener Generator, die Lichtmaschine, erzeugt 24 Volt Gleichspannung.

Am Ende eines anstrengenden Arbeitstages standen wir meist bei einem Feierabendbier zusammen und philosophierten  über unser Tagewerk. Neulinge oder Heizeranwärter gaben zu diesem Zeitpunkt gern das Erlernte preis. Bei der Aufzählung von Zusatzeinrichtungen bei Dampflokomotiven kam an einem Abend spontan die Antwort: Speisepumpe, Luftpumpe und Lichtpumpe.

Von da an gab es bei uns die Lichtpumpe. 🙂