Ankunft Litauen

Die Bordzeit auf der Regina Seaways ist litauische Zeit, also eine Stunde weiter als die deutsche Zeit. Da passt es gut, dass Frühstück erst ab 8 Uhr angeboten wird. Im Frühstücksrestaurant dann die große Überraschung: Nahezu alle Plätze sind belegt und eine lange Schlange wartet am Selbstbedienungstresen. Wir können zwei Sitzplätze ergattern und auch schon einen Kaffee zapfen, aber das Frühstück muss noch eine ganze Weile warten. Also räumen wir die Plätze wieder und verbringen noch etwas Zeit an Deck.

Im zweiten Anlauf klappt es mit dem Anstehen im Restaurant und wir erreichen nach 30 Minuten die Tablettausgabe. Es gibt nur einen Durchgang, entsprechend voll müssen die Teller sein. Spiegelei, Obst, Gemüse, Käse, Wurst, Müsli, Marmelade und das ganze Krimskrams, was ein ausgiebiges Frühstück ausmacht, müssen aufs Tablett. Leider waren verschiedene Sachen in dem Moment, als wir davor standen, gerade nicht verfügbar, also Pech gehabt, denn die Schlange bewegt sich langsam weiter. Wir finden wieder zwei Sitzplätze und können endlich unser Frühstück einnehmen. 

Diese Fahrt über die Ostsee ist so ziemlich die langweiligste Fährüberfahrt, die ich bisher gemacht habe. Die Küste ist nicht zu sehen und dass Meer ist potteben. Am späten Nachmittag erkennen wir die Ladekräne von Klaipeda am Horizont. Gleichzeitig kommt die Durchsage, dass jetzt die Betten in den Kabinen abgezogen werden. Also stürzten alle in die Kabinen, um die persönlichen Sachen einzusammeln, denn das Personal ist schon in den Kabinen fleißig am werkeln. Mit den Rucksäcken und Taschen in der Hand begeben wir uns wieder an Deck. Die Einfahrt in den Hafen ist interessant und wir können uns das vollständige Anlegemanöver von Deck aus ansehen. Zwischendurch kommt die Durchsage, dass wir die Schlüsselkarten an der Rezeption abgeben sollen. Pech gehabt, die liegen in der Kabine.

Ankunft Klaipeda

Nach dem Anlegen begeben wir uns in das geschlossene Restaurant, denn hier sind die Lautsprecherdurchsagen besser zu hören. Es dauert noch eine Stunde, bis wir endlich hinab auf Deck 1, zu unserem Bus, können. Nach weiteren 30 Minuten sind wir an der Reihe und dürfen mit unserem roten Bus die steile Rampe im Rückwärtsgang erklimmen. Danach beginnt wieder das umständliche Wenden. Bevor wir das Hafengelände verlassen können, wird bei der letzten Kontrolle das Kennzeichen auf einer Liste abgeglichen, dann sind wir in Litauen angekommen.

Vom Hafen fahren wir, wie alle LKW auch, direkt auf die Schnellstraße A1. Spätestens am zweiten Kreisverkehr fallen mir die russischen Unfallvideos auf YouTube ein. Da fahren auch viele viel zu schnell. Und wir sind jetzt scheinbar mitten drin. Im großem dreispurigen Kreisel sind offenbar 70 km/h erlaubt. Jetzt gibt es ja immer ein paar Kandidaten, die das nur als Empfehlung sehen und mit über 70 auf der inneren Spur fahren. Bis wir beim Einfahren alle drei Spuren gekreuzt haben, sind die durch den halben Kreis gedüst. 

Ansonsten geht es, bis auf die Überholvorgänge, sehr gesittet zu. Erstaunlicherweise halten fast alle sehr genau die zulässige Geschwindigkeit ein. Der Kreisverkehr in Klaipeda war wohl nur eine Außnahme.

Über die 141 fahren wir bis Priekulé und dann auf der 2206 bis auf den Campingplatz von Dreverna. Dieser ist im Jahr 2017 eröffnet worden und befindet sich an einem kleinen Yachthafen. Er bietet neben vielen Ferienhäusern auch einige parzellierte Plätze für Camper an. Für die Übernachtung zahlen wir 14 Euro. Duschen und Toiletten sind in Containern untergebracht, wobei die Toiletten auch von den Besuchern des Naherholungsgebietes genutzt werden. Am Ufer zum Kurischen Haff steht ein Aussichtsturm, von dem man bis auf die Dünen der Kurischen Nehrung blicken kann. Wir sitzen bis nach Sonnenuntergang vor dem Bus und schauen dem Treiben auf dem Wasser zu.

An Bord der Fähre: Bei Frühstück kann es in der Hauptsaison mitunter sehr voll werden. Ein zweiter Durchgang an der Ausgabe scheitert dann an der langen Warteschlange. Damit genügend Zeit für die Reinigung der Kabinen bleibt, müssen diese etwa 2 Stunden vor Ankunft am Zielhafen geräumt werden. Nachdem die Fähre angelegt hat, werden zuerst die oberen Fahrzeugdecks entladen. Für die Fahrzeuge auf Deck 1 + 2 bedeutet dies eine Wartezeit von 60 – 90 Minuten bis zum Verlassen der Fähre.

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