Lofoten 2019 – Vom Orkan getrieben /03

Nach einer ruhigen Nacht bin ich schon früh munter und kann noch bequem vor dem Frühstück duschen. Wobei sich „bequem“ nur auf meinen Zeitplan bezieht, denn die Dusche in meiner Kabine ist schon ziemlich passgenau.

Dafür ist das Frühstück wie immer gut und reichhaltig. Es macht mir einfach Spaß auf Schiffen zu frühstücken, besonders wenn eine schöne Landschaft am Fenster vorüberzieht.

So richtig Winter ist es draußen noch nicht. Immer wieder regnet es und es liegt auch nur wenig Schnee. Deshalb verbringe ich diesmal auch nicht viel Zeit draußen an Deck.

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In Ørnes stehen viele Reisende mit Koffern am Anleger. Sie nutzen das Postschiff wie wir den Zug oder einen Linienbus. Wieder ein typischer Postschiff Moment.

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Meine Kabine muss ich bis um 12 Uhr räumen. Für 225 NOK könnte ich bis 19 Uhr verlängern, aber ich ziehe bei Ankunft in Bodö lieber auf eine Zweierbank im Panoramasalon um. Dort werde ich es mir bis zur Ankunft in Stamsund gemütlich machen.

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Im IPad haben ich übrigens die Prepaid Simkarte des großen Nord/Süd Discounter. Damit hatte ich auf der gesamten Reise, also auch auf den Seestrecken, 3G oder LTE Internet Empfang. Während der Schiffsreise prüfe ich immer wieder die Wetterprognosen und es sieht weiterhin richtig schlecht aus. Schwerer Orkan und viel Regen. Dazu die höchste Gefahrenstufe für Lawinen. Also werde ich mich nach Ankunft in Stamsund sofort auf den Weg machen und die Lofoten schnellst möglich verlassen.

Bei der Fahrt über den Vestfjord kommt wieder etwas Bewegung ins Schiff. Am späten Nachmittag setzten sich ein paar junge Damen in meiner unmittelbaren Nähe zu mir in den Panoramasalon. Etwas hektisch verteilen Sie ihre Reiseutensilien und nehmen schnell nebeneinander Platz. Kurz darauf und ohne Ankündigung röhren alle gemeinsam los und füllen ihre „Stormy weather bags“. Der Platz vorn im Panoramasalon ist natürlich auch der mit der meisten Bewegung im Schiff. Da ist man bei Seekrankheit unten in der Mitte des Schiffes viel besser aufgehoben. Das sehen sie irgendwann auch ein und ziehen wieder davon.

Das Anlegemanöver in Stamsund ist schnell erledigt, jetzt muss nur noch das Auto aus dem Schiff. Der Laderaum ist gut gefüllt und die Autos stehen sehr dicht nebeneinander. So dauert es noch eine Weile, bis alle Fahrzeuge rausrangiert sind.

Draußen ist es nass und ungemütlich. Nur noch ein paar Fotos, dann bin ich schon wieder unterwegs nach Svolvaer.Lofoten

Heute Nacht um zwei Uhr soll der Sturm zum Orkan werden, bis dahin will ich so weit wie möglich kommen. Die Straße 815 ist verdammt rutschig, zum Glück kommen mir nur ganz wenige Autos entgegen. An den Sehenswürdigkeiten rausche ich vorbei und Svolvaer lasse ich auch links liegen. Inzwischen hat auch noch kräftiger Schneefall eingesetzt.

Drei Stunden sind vergangen, als ich an dem Abzweig nach Harstad einen geschützten Parkplatz anfahre. Puh, hier werde ich die Nacht verbringen.

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