Der Anker als Nachbar


In der Dämmerung fahren rüber zum Anlegekai und warten im Sturmregen bis das Schiff einläuft. Dann geht es zum Anmelden zur Rezeption und wir bekommen die Kabine zugewiesen – bäh, 301! Das ist gleich hier auf dem Deck und zwar ganz ganz vorne, danach ist nur noch die Notausgangstür!
Ich gehe erst mal den Bus verladen, Frau orientiert sich schon mal in der Kabine:
Zwei Einzelbetten, eins davon eine Couch, sonst keine Extras: kein TV, kein Sessel, kein Wasserkocher oder passende Utensilien und der Hammer; kein Fenster! Aber dafür zwei Bullaugen mit 1,5 m Länge durch die Bordwand. Ist wie durch ein Fernglas gucken. Wir haben auf den Fotos nachgeschaut, über uns ist das Vordeck mit den Winden für die Taue und den Anker…
Irgendwann ist auch Gerhard da und er macht ein ganz besorgtes Gesicht:“ Das wird laut werden, man kann bestimmt die Wellen hören und die Winden und schaukeln wird es auch ganz schön heftig…“ (habe ich schon erwähnt, dass es stürmt?) Ich bin präpariert mit Armbändern und Kaugmmi gegen Reisekrankheit, das wird schon…

Wir duschen erst mal, solange dass Schiff noch im Hafen liegt, da schaukelt es weniger und man braucht sich nicht dauernd festhalten. Danach gehen wir an Deck und beobachten das Ablegen. Kaum durch die Hafeneinfahrt, kommen Wind und Regen heftig angefegt und das Schiff fängt an, sich zu bewegen – und nicht nur vorwärts! Da ziehen wir uns lieber in die Kabine zurück.Die Frau zieht die Armbänder an und kaut heftig Kaugummi. Im Liegen spürt man die Bewegungen gar nicht so dolle…
Die Wellen krachen wirklich heftig an den Schiffsrumpf und die Winden quitschen auch deutlich hörbar, aber es ist auszuhalten. Wir haben uns gerade von dem Geschaukel einlullen lassen, da gibt es einen HÖLLENLÄRM nebenan, wir sitzen beide aufrecht im Bett – der Anker wird runter gelassen!
Bei dem Sturm braucht der Kapitän wohl jedes Hilfsmittel zum Manövrieren im Hafen.
Die Frau kaut fleißig Kaugummi und hofft auf besseres Wetter.

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2 Kommentare

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  1. Schicken Euch besseres Wetter..

  2. Ich empfand das heftige Geschaukel im Bett liegend viel stärker als oben an Deck. ( wir waren auch auf Deck 3 untergebracht, allerdings ziemlich weit hinten – da war nix vom Lärm zu hören)

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