Island – Übernachtungsplätze

Wenn ich diversen Berichten im Internet Glauben schenke, dann ist seit Frühjahr 2016 das übernachten im Zelt oder Campingfahrzeugen außerhalb von Campingplätzen verboten. Selbstverständlich haben wir uns auf das übernachten auf Campingplätzen eingestellt. In der Praxis hat es sich dann ganz anders ergeben. Bei der ersten Übernachtung war weit und breit kein Campingplatz zu finden. Also fand ich nichts verwerfliches dran oben auf dem Fjell mitten in der Einöde zu übernachten. Bei den folgenden Übernachtungen verlief es ähnlich. 

Während der drei Wochen auf Island haben wir schließlich nur eine Nacht auf einem ausgewiesenen Campingplatz verbracht und dessen Nutzung war sogar kostenfrei. Natürlich halten wir uns an die lokalen Beschränkungen. So ist das übernachten in Naturschutzgebieten nur auf Campingplätzen gestartet. Dann ist es vorgekommen dass wir einige Kilometer zurückgefahren sind um das Naturschutzgebiet zu verlassen. Ich habe mir auch einige Campingplätze angesehen mit der Absicht dort zu übernachten. Jedoch waren die sanitären Anlagen in solch schlechten Zustand, dass ich dort noch nicht einmal die Campingtoilette entsorgen wollte. Nur um auf einer Wiese neben der Haupstraße zu parken, brauche ich keinen Campingplatz. Es müssen also Angebote vorhanden sein, die den Mehrpreis für einen Campingplatz gerecht werden. Auf dem Campingplatz von Husavik, standen die Fahrzeuge so dicht, wie ich es sonst nur bei Wohnwagen Händlern gesehen habe. Auf einem Campingplatz in der Nähe des Geysir war das duschen nur während der Anwesenheit des Platzwartes gestattet. 

Mit etwas gesunden Menschenverstand ist es eigentlich recht einfach einen Übernachtungsplatz zu finden. Wichtig ist, dass ein ausreichender Abstand zu Wohngebäuden besteht. Außerdem darf kein erkennbares Privatgrundstück befahren werden. Das wir auf Übernachtungsplätzen keinen Müll zurücklassen steht außer Frage. Oft ist es hilfreich die Hauptstraße zu verlassen, denn an Nebenstraßen ist leichter ein guter Platz zu finden als an den Hauptrouten. Der Parkplatz an einer entlegenen Gletscherzunge eignet sich genauso gut wie ein Parkplatz oben an der Passstraße. Spannend waren die Stellplätze im Süden der Insel. Hier haben wir die Hauptstraße verlassen und sind einige 100 m über Schotterpisten bis an die Küste gefahren. Es waren traumhafte Stellplätze die wir für uns ganz allein hatten.


Bei der Ver- und Entsorgung sollte man die Augen aufhalten. Das Grauwasser kann an den Waschplätzen der Tankstelle entsorgt werden. Hin und wieder gibt es hier auch Frischwasser und vereinzelt fanden wir dort auch für die Toilette eine Entsorgungsstelle. In der Regel kann die Toilette an den Entsorgungspunkten der Campingplätze entleert werden. Diese befinden sich meistens vor dem Campingplatz. Die Anordnung der Toilettenentleerung und Frischwasserbetankung war fast immer vorbildlich, denn sie waren mindestens 20 m voneinander entfernt. Das ist wichtig, denn gerade die Mietwagenfahrer nehmen es da nicht so genau und reinigen die Toilette häufig am Frischwasserhahn. 

Zu einer komischen Situation kam es am Sellfoss, als der Fahrer eines Reisebusses seine Fahrgäste direkt vor der Entsorgungs Station aussteigen ließ. Die suchten schnell das Weite als das erste Campingklo ausgekippt wurde.

Ideal wären Stellplätze für Camper, an denen gegen Gebühr Ver- und Entsorgt werden kann. In Norwegen sind solche Plätze immer öfter anzutreffen, wohl auch, weil viele Norweger selbst mit dem Wohnmobil reisen. 
Auf Island müssten die Vermieter in die Pflicht genommen werden, denn der größte Teil der Camper sind Mietfahrzeuge aus Island. Dazu ein kleiner Vergleich: Die wöchentliche Fähre bringt maximal 800 PKW und 1400 Passagiere nach Island. Im Juli kamen pro Tag 8000 Fluggäste auf Island an. Diese flugreisenden Camper zahlen pro Tag zwischen 200 und 450 Euro für ihr Fahrzeug und verrichten Ihren Toilettengang am Straßenrand oder im Gebüsch. Selbst Gedenkstätten werden zu diesem Zweck in der Dunkelheit aufgesucht. Das mit solchen Begleiterscheinungen das Ansehen oder die Akzeptanz der Wohnmobilreisenden leidet, ist doch klar. In der Folge werden verstärkt Übernachtungsverbote verhängt.

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