Island – Ein paar Worte zum Wohnmobil

Der Hymer Exis 414 hat sich auf Island bestens bewährt und er ist ohne Beschädigungen an den Vermieter zurück gegangen. Bedingt durch die selbst gewählte Begrenzung auf 6 Meter fiel der Sanitärbereich etwas klein aus und ließ uns manchmal mit den Tücken des klappbaren Waschbeckens kämpfen. Aber eine eigene Toilette und die Möglichkeit jederzeit heiß zu Duschen sind ein enormer Komfortgewinn bei einer Islandreise. Leider haben wir den riesigen Stauraum nicht für Lebensmittel genutzt und dafür Klappstühle dabei gehabt. Auf diese kann man übrigens getrost verzichten. Dafür war ausreichend Platz für die Fotoausrüstung, den Multicopter, Reisetrolly, Werkzeug und Getränke vorhanden. 
Die Heizung ließ sich über eine Schaltuhr aktivieren und hat so jeden Morgen für ein warmes Zuhause gesorgt. Am Abend lief die Heizung ebenfalls, aber der Gasverbrauch hielt sich in Grenzen: Täglich morgens und Abends die Heizung für 5-6 Stunden an, Kühlschrank im Gasbetrieb, mindestens alle zwei Tage heiß Duschen und etwas Kochen. Nach 16 Camping-Tagen war die erste 11 Kg Flasche leer. Wann genau? Natürlich an dem Morgen, an dem es wie aus Eimern geregnet hat. Mit 2x 11Kg Flüssiggas sind also vier Wochen gut zu schaffen.

Das Fahren auf isländischen Straßen kann gelegentlich anspruchsvoll sein. Neben gut ausgebauten Asphaltstraßen gibt es die Gravel Roads, auf denen der Fahrbahnbelag aus festgefahrenem Sand und Lavaschotter besteht. Auf norwegischen Straßen hatten wir bisher regelmäßig Steinschläge zu verzeichnen, aber auf Island sind wir davon verschont geblieben. Wenn man bedenkt, dass die Gravel Roads mit 80 km/h befahren werden, ist das um so erstaunlicher. Möglicherweise liegt es daran, dass die Steine rundgefahren sind, während Splitt scharfkantig gebrochen ist. 

Von der großen Bodenfreiheit des Hymer haben wir ebenfalls profitiert. Mit den Fiat Kastenwagen sind wir manchmal schon beim herunterfahren von der Straße an der Asphaltkante hängengeblieben. Unser teilintegrietes Wohnmobil dagegen, hatte mehr Bodenfreiheit als ein VW Amorak und ließ sich problemlos auch über kleinste Zufahrten bewegen.

Die vielen Schlaglöcher hat das Fahrwerk des Hymer ebenfalls sehr gut weggesteckt. Wobei es am Anfang etwas Überwindung kostet, die Wellblechpisten mit hohem Tempo zu befahren. Denn wer versucht die Huppelpiste mit 15-20 km/h zu durchfahren, wird hin und her geschüttelt, dass man Angst hat, die Schränke brechen von den Wänden. Die Räder durchfahren jedes Schlagloch vollständig. Erst bei höherem Tempo können die Räder nicht ins Schlagloch eintauchen, weil die Zeit über dem Schlagloch zu kurz ist. Zwischen 60 und 75 Km/h war meist eine viel ruhigeres Fahren möglich.

Der 130 PS Fiatmotor hat bei flotter Gangart auf der Autobahn zwischen 12,5 und 14 Litern verbraucht. Auf Island ist der Verbrauch bis auf 8 Liter runtergegangen, was auf den 5700 Kilometern einem Durchschnittsverbrauch von 10,4 Litern auf 100 Kilometern entspricht. Insgesamt haben wir 560,00 Euro für Kraftstoff ausgegeben.

Ein vergleichbares Fahrzeug kostet auf Island im Sommer zwischen 310 und 380 Euro pro Tag. Bei 21 Tagen auf Island lagen wir also mit der Fährkosten und vier Wochen Miete für das Wohnmobil deutlich unter dem Mietpreis auf Island. Außerdem unterlagen wir keinen Beschränkungen durch Fluggepäck.

Natürlich wäre ich gern mit unserm roten California nach Island gefahren. Aber wie sagte die Frau: Mit dem Bus ist OK, aber im Wohnmobil wäre es Urlaub. 😄 

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3 Gedanken zu “Island – Ein paar Worte zum Wohnmobil

  1. Ich danke Dir auch für die Infos. Diese Bodenfreiheit hätte ich nicht erwartet. Bei 5.700 km seid ihr aber jede Menge in 21 Tagen gefahren. Hut ab, dass das Gefährt so gut durchgehalten hat.

    1. Von den 5700 Kilometern gehen 2x 800 km für die An- und Abreise nach Hirtshals ab. In den 21 Tagen auf Island waren es also „nur“ 4100 km. Insgesamt waren wir 4 Wochen unterwegs.

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