Vier Schiffe und ein Bus – 34

Am Abend treffen wir in Rørvik wieder auf ein anderes Postschiff. Es ist die MS Lofoten, das älteste Schiff der aktiven Flotte. Am Ausgang auf Deck 4 warten schon viele Reisende daraufhin unser Schiff zu verlassen. Sie wollen alle die MS Lofoten besichtigen. Kaum hat sich die letzte Rampe der Gangways auf den Boden gesenkt, stürmen unsere Passagiere das andere Schiff. Umgekehrt scheint es keine Passagierbewegungen zu geben.

Um nicht zu einem Teil der Schiffsinvasion zu werden, schaue ich mir die alte Lady nur vom Kai aus an. Die Schiffswände zeigen viele Dellen und Schrammen, die wohl dem täglichen Anlegen ohne Bugstrahlruder geschuldet sind. Denn hier wird vor dem Anlegen noch der Anker ausgeworfen und das Schiff mit Leinen an den Kai gezogen. Im faden Licht der Hafenbeleuchtung erinnert mich die MS Lofoten mit ihren sichtbaren Schrammen und dem schwarzen Gummiabrieb auf den weißen Flächen irgendwie an einen alten Wal, dessen vernarbter Haut man die viele Jahre auf den Weltmeeren ansieht.
Beim Ausfahren wird das sonoren Blubbern des Schiffsdiesel von einem dumpfen metallischen Klackern begleitet. Was von einigen Passagieren als ungesundes Motorengeräusch interpretiert wird, ist allerdings das einholen der Ankerkette.

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