Vier Schiffe und ein Bus – 9

Als mit der Fahrzeugverladung begonnen werden soll, fahre ich gleich erwartungsvoll Richtung Laderampe, werde unterwegs jedoch von einer netten Mitarbeiterin gestoppt. Dazu muss man wissen, dass das Autodeck auf den Postschiffen nicht direkt befahren werden kann. Im Gegensatz zu Fährschiffen legen die Postschiffe seitwärts an einer Kaimauer an. Wegen den Gezeitenabhängigen unterschiedlichen Höhen der Kaimauern ist auch die Laderampe der Schiffe in der Höhe verstellbar. Unmittelbar hinter der Laderampe befindet sich ein Fahrstuhl bzw. Hebebühne. Ein Auto sowie sämtliche Fracht wird zunächst über die Laderampe auf die Hebebühne gefahren und dann nach unten in den Laderaum abgesenkt. Dort kann die Fracht von Gabelstaplern übernommen werden und die Autos in den Frachtraum einfahren.
Die junge Mitarbeiterin fragt zunächst nach meinem Zielhafen und danach bei allen weiteren Autos. Dann wird die Reihenfolge der Verladung festgelegt. Auto für Auto verschwindet über dem Fahrstuhl im Schiffsbauch. Das Einweisen meines Busses in den Fahrstuhl würde jedem Sicherheitsbeauftragten die Haare zu Berge stehen lassen. Denn der Einweiser postiert sich mangels seitlichem Platz direkt vor dem Fahrzeug und lässt mich soweit vorfahren, bis er selbst kaum noch Platz zum stehen hat. Wahrscheinlich ist noch niemand vom Kupplungspedal gerutscht :-/
Das einzige, was ich jetzt noch tun muss, ist die Ausfahrt aus dem Fahrstuhl mit einer engen 90° Kurve. So bleibt das Fahrzeug stehen, denn alle weiteren Rangiermanöver übernehmen die Mitarbeiter von Hurtigruten. Nach der Schlüsselübergabe wird der Bus von allen Seiten fotografiert um eventuelle Schäden zu dokumentieren um dann zwischen Fracht und anderen Fahrzeugen abgestellt zu werden. Damit in den Häfen immer die richtigen Fahrzeuge vorn bei dem Fahrstuhl stehen, werden im Verlauf der Reise die Fahrzeuge im Schiffsinneren immer wieder umgeparkt.

Vom „Bildekk“, dem Autodeck 2 mache ich mich auf zu meiner Kabine auf Deck 5. Sie entspricht der Beschreibung und hat wie versprochen, eingeschränkte Sicht 🙂 Ich kann also neben einem Rettungsboot ein kleines Stück vom Horizont sehen 😀 Etwas enttäuscht bin ich vom Sanitärbereich, denn vor der recht engen Dusche hängt ein Duschvorhang. Ich muss ständig daran denken, an welchen Körpern der schon alles geklebt hat, – brrr.

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2 Kommentare

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  1. Es ist sehr schön, Deine Reise so hautnah nachzuverfolgen.

  2. schöne Reise…so eine Fährverladung ist doch jedes Mal total aufregend…

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