Walsafari I

Die Ausgabe der Pillen gegen Seekrankheit verpassen wir knapp, – macht aber nichts, denn wir wollten es sowieso ohne probieren. Dann ging es mit der Gruppe in einen Kellerraum, der den Charme einer alten Garage hatte. Ein spanischer Guide gibt uns dort an einem Walskelett einige englische Erklärungen zu den Pottwalen. Die Erklärungen waren vor 20 Jahren viel besser. Wir wurden damals auf die bevorstehende Tour eingestimmt, bekamen Hinweise, wie wir einen Wal auf hoher See erkennen und die Art unterscheiden können, wann er abtauchen wird usw. denn bei der Suche waren damals alle Teilnehmer beteiligt.
Nach dem Vortrag verließ die Gruppe den Raum. Dabei verpasste ich offenbar den Anschluss, denn die Gruppe der ich folgte begab sich zum Hafen, der etwa 700 Meter vom Walzentrum entfernt war. Hier waren aber Petra und Eric nicht zu finden. Also schnell wieder zurück ins Zentrum und dort suchen. Nichts, beide sind nicht auffindbar. Da der Abfahrtstermin immer näher rückte bin ich zum Hafen gelaufen und habe dort gewartet. Nach einer halben Stunde kamen die beiden angetippelt. Sie waren mit der Gruppe zur Filmvorführung gegangen und hinter ihnen wurde die Tür geschlossen, deshalb konnte ich sie nicht finden.
Nach 16 Uhr kündigten kräftigen Motorengeräusche die Ankunft des Schiffes an. Als alle Passagiere von Bord waren, ging der Maat mit einem Wasserschlauch um das Boot um grün-gelbe Spuren abzuspülen. War es dass, wonach es aussah? Nachdem unsere Tickets mit der Teilnehmerliste abgeglichen waren, durften wir an Bord. Der Passagierraum erinnert ein wenig ans Flugzeug. Die typischen Sitze, Staufächer darüber und Bildschirme an der Decke. Beim Auslaufen gab es eine Sicherheitsunterweisung auf Video, außerdem erhielten alle Kinder bis 12 Jahre orange Rettungswesten, die sie an Bord tragen mussten.
Der Seegang war heftig und das Schiff wurde hin und her geschüttelt. Mit 32 Knoten, etwa 45 Km/h, pflügte das Schiff auf den Atlantik hinaus. Im Passagierraum konnte man sich Kekse, Kräcker, Tee und Kaffee nehmen. Zu diesem Zeitpunkt waren allerdings die kleinen Tüten hinter den Sitzen die begehrtesten Utensilien. Wie schon vor 20 Jahren gab es wieder Passagiere, die keinen einzigen Wal zusehen bekamen weil sie Seekrank wurden. Als der Kapitän die Geschwindigkeit drosselte, durften wir auch an Deck. Auf dem schrägen Bug waren hintereinander Geländer angebracht, so konnte man in vier oder fünf Reihen hintereinander stehen und aufs Meer schauen. Das Oberdeck im Heck und Mittelschiff waren ebenfalls begehbar.

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